Geschichte von Wien

Aus Wien-Tourist.info

Tertiär

Beim Bau der U6 in Meidling wurden einige paläontologische Funde wie Muscheln, Knochen von Mastodon und Höhlenbären gemacht. Das Mastodon lebte vor 25-30 Millionen Jahren und starb gegen Ende der letzten Eiszeit aus. Der Höhlenbär (Ursus spelaeus) ist eine vor 10.000 Jahren ausgestorbene Bärenart der letzten Eiszeit.

bis 8000 v. Chr.

Frühbronzezeitliche Fundstellen in Wien
Mittelbronzezeitliche Fundstellen in Wien
Spätbronzezeitliche Fundstellen in Wien

Altsteinzeit. Funde aus dem Paläolithikum zeigen, dass Menschen das Gebiet begangen haben. Die damals lebenden Menschen waren nichtsesshafte Jäger und Sammler. Die bislang ältesten österreichischen Funde stammen aus der Repolusthöhle bei Peggau/Stmk. und sind nahezu 300.000 Jahre alt. Die Funde aus der Gran Dolina im nördlichen Spanien stellen mit einem Alter von ca. 800.000 Jahren bislang die ältesten Hominiden in Europa dar (Homo antecessor).

8000 - 6000 v. Chr.

Mesolithikum. Funde am Bisamberg aus der Mittelsteinzeit und Jungsteinzeit belegen hier den ältesten Nachweis von Kupferverarbeitung in Österreich.

6000 - 4950 v. Chr.

Altneolithikum. Die Menschen beginnen sich erstmals als Ackerbauern und Viehzüchter niederzulassen. Funde aus fast ganz Wien belegen die Anwesenheit der ersten Bauern während der Linearbandkeramischen Kultur. Im Bezirksmuseum Meidling ist das Modell eines Steinbohrgerätes aus dem Neolithikum ausgestellt. Es veranschaulicht die Wirkungsweise einer der ersten von Menschen erdachten Maschine. Mit ihr konnten in Steinbeile Löcher gebohrt werden, um einen Stiel hineinzustecken.

4950 - 3900 v. Chr.

Mittelneolithikum. Das zur Steingeräteherstellung und zur Herstellung von scharfen Klingen notwendige Silex (Feuerstein, rötlichbrauner und grünlicher Radiolarit, chem. SiO2) wird u.a. im 23. Bezirk in Mauer - Antonshöhe (Naturdenkmal) und am Roten Berg im 13. Bezirk in Wien bergmännisch im Tagbau gewonnen.

3900 - 2300 v.Chr.

Jung- und Endneolithikum. Kupferzeitliche Funde stammen u.a. aus dem 6. (U6 - Gumpendorferstraße), 13. (Ober St. Veit - Gemeindeberg), 21. (Eipeldauerstraße, Stadlau) und dem 22. Bezirk (Aspern).

3761 v. Chr.

Beginn der jüdischen Zeitrechnung

2300 - 750 v. Chr.

Bronzezeit. Im ostösterreichischen Raum herrscht zu dieser Zeit keine kulturelle Einheit. Vielmehr ist eine Aufspaltung in drei Kulturprovinzen festzustellen. Das Wiener Stadtgebiet liegt an der Schnittstelle der Kulturen. Es entstehen auf der Stadtterrasse (in etwa da, wo heute die Kirche Maria am Gestade steht), in Kagran, Leopoldau und Aspern Siedlungen der Hockergräber-, Hügelgräber- und Urnenfelderkultur. Funde in Wien 14 aus dem Bett des Wienflusses belegen die Entwicklung von der mittelbronzezeitlichen Hügelgräberkultur zur spätbronzezeitlichen Urnenfelderkultur. Die Meidlinger mittelbronzezeitliche Fundstelle einer Bronzenadel ist in der Eichenstraße und die spätbronzezeitliche Fundstelle einer Keramik ist die Pohlgasse.

753 v. Chr.

Gründung des Stadtstaats Rom.

Beginn der Eisenzeit, Hallstattkultur. In der Region zwischen Ostfrankreich und der Schweiz über Süddeutschland und Österreich bis Slowenien bildet sich aus den ansässigen spätbronzezeitlichen Kulturen das Volk der Kelten (lat. celtae, galli, griech. keltoi, galatai – die Tapferen, die Edlen). Am Ende Jüngeren Eisenzeit bestand auf dem Bisamberg eine keltische Siedlung, was durch Funde belegt ist.

543 v. Chr.

Beginn der buddhistischen Zeitrechnung

480 - 40 v. Chr.

Die Kelten in Europa 800 - 400 v. Chr.
Roman expansion 264 BC

Der Hallstattkultur folgt die La-Tène-Kultur und stellt die Blüteperiode keltischer Kultur dar. Wien hieß zu dieser Zeit Vedunia (Waldbach).

Ab dem 4. Jahrhundert v. Chr.

Die frühere Bevölkerung von Wien wird von den einziehenden Kelten verdrängt. Keltische Kriegszüge führen bis Rom, Griechenland und Kleinasien (Galater).

Um 200 v. Chr.

Das keltische Königreich Regnum Noricum, benannt nach der Göttin Noreia, entsteht durch den Zusammenschluss mehrerer keltischer/illyrischer Stämme unter Führung der Noriker als erstes nachweisbares staatliches Gebilde auf dem Gebiet des heutigen Österreich. Der erste namentlich bekannte König ist Cincibilus. Es entstehen befestigte Zentralorte (Oppida). Zentrum des Regnum Noricums war wohl die Siedlung auf dem Magdalensberg, eine dort gefundene frührömische Inschrift nennt die Namen norischer Stämme. Der Hauptort war Noreia, die genaue Lage ist unbekannt. Die Göttin Noreia wurde von den Römern mit der ägyptischen Göttin Isis gleichgesetzt und als Isis-Noreia verehrt.

186 v. Chr.

Kelten aus dem Alpenraum wollen in Norditalien eine Stadt gründen, werden jedoch von den Römern zur Rückkehr gezwungen.


181 v. Chr.

Die Römer gründen die Kolonie Aquileia als Stützpunkt zur Erschließung des Donauraums.

170 v. Chr.

Freundschaftsvertrag, "hospitium publicum" (staatliche Gastfreundschaft) zwischen dem Norikern (König Cincibilus) und den Römern. In der Folge entwickelten sich gute Handelsbeziehungen und zunehmender Einfluss Roms.

Um 120 - 115 v.Chr.

In Noricum fallen die germanischen Stämme der Kimbern, Ambronen und Teutonen ein, die vorher von den Boiern im Böhmischen Kessel, den Skordiskern am Balkan und schlussendlich Tauriskern abgewehrt worden waren.

113 v. Chr.

Bei Noreia unterliegt das römische Heer unter Konsul Gnaeus Papirius Carbo dem germanischen Stämmmen der Kimbern und Teutonen.

Um 58 v. Chr.

Dakien 82 v. Chr.

Die keltischen Boier versuchen Noricum zu erobern, erleiden jedoch eine vernichtende Niederlage.

50 v. Chr.

Die Boier werden vom Dakerkönig Burebista (aus dem heutigen Rumänien) vernichtend geschlagen und als politischer Machtfaktor ausgeschaltet.

49 v. Chr.

Der norische Keltenkönig Voccio (ein vom Volk gewählter König) schickt Julius Caesar Hilfstruppen für den Bürgerkrieg gegen Pompeij in Form von 300 Reitern.

45 v. Chr.

Julis Cäsar führt am 1. Jänner den Julianischen Kalender ein

27 v. Chr.

Roms Herrschaft 15 v. Chr bis 476

Augustus wird als Gaius Octavius Thurinus erster römischer Kaiser. Vindobona, das heutige Wien, gehört wie auch das benachbarte Carnuntum noch dem keltischen Klientelkönigreich (Protektorat) Noricum im Gebiet der keltischen Boier an.

16 v. Chr.

Mit dem Tod von Voccio wird das Königreich Regnum Noricum zum römischen Klientelkönigreich, es wird auf weitgehend friedlichem Weg von den Römern besetzt.

13 - 9 v. Chr.

Aufstände in Pannonien gegen die Römer

9 v. Chr.

Pannonien wird römische Provinz (Inferior Provincia Illyricum)

0

Beginn der christlichen Zeitrechnung

6

Errichtung einer Militärbasis im Gebiet Carnuntums durch die Römer. Großangriff auf den Markomannenkönig Marbod.

8

Friedens- und Freundschaftsvertrag mit dem Markomannenkönig

9

Varusschlacht (auch Schlacht im Teutoburger Wald oder Herrmannschlacht, bei Osnabrück). Der Römer Publius Quinctilius Varus erleidet eine vernichtende Niederlage gegen das germanische Heer unter Führung des Cheruskerfürsten Arminius ("Herrmann"). Die Donau wird Grenze des römischen Reichs - Aufbau des Limes.

19

Römisches Klientelverhältnis der Markomannen

41

Beginn der Regierungszeit von Kaiser Claudius. Noricum wird endgültig römische Provinz. Der Bereich nördlich der Donau blieb zunächst keltisch, ab dem 1. Jahrhundert n. Chr. entstehen germanische Siedlungen. Vindobona (Wien) gehört nun zu Pannonia.

68/69

Roman Empire 1st Century

Vierkaiserjahr. Nach dem Tod von Kaiser Nero streiten die Generäle Galba, Otho, Vitellius und Vespasian um die Macht im römischen Reich. Vespasian setzt sich durch und begründet damit die neue Dynastie der Flavier.

70

Bereits im Zeitraum 70 bis 100 nach Christus nutzten die Menschen die Schwefelquellen des heutigen Theresienbads.

81 - 96

Germanenkriege am mittleren Donaulimes unter Kaiser Domitian, Stationierung einer britannischen Kavallerie-Einheit in Vindobona.

97

Sieg über die Markomannen in Pannonien. Beginn mit dem Bau des Legionslagers von Vindobona.

114

Römisches Reich unter Trajan

Die Legio X Gemina Pia Fidelis zieht in Vindobona ein und bleibt bis um 400 das "Wiener Hausregiment".

117

Das Römische Reich erreicht unter Imperator Caesar Trajan nach den Feldzügen gegen die Parther seine größte Ausdehnung. Vindobona ist jetzt als Garnisonsstadt Verwaltungshaupstadt von Pannonia Superior.

166–180

Markomannenkriege ("expeditio Germanica prima et secunda") unter Kaiser Mark Aurel. Vindobona und Carnuntum werden zerstört.

172

Erste christliche Spur in Pannonien. "Regenwunder im Quadenland" und "Blitzwunder" während des 1. Markomannenkrieges, ausgelöst durch Gebete des christlichen Heerführers Donatus (12. römischen Legion, später heilig gesprochen).

180

Kaiser Mark Aurel stirbt am 17. März in Vindobona (Wien). Sein Sohn Commodus wird Kaiser (bis 192) und schließt mit den Germanen Frieden. Das zerstörte Vindobona wird wieder aufgebaut.

191

Kaiser Commodus erteilt Konsul Septimius Severus (Adoptivsohn von Mark Aurel, geboren in Leptis Magna, Libyen) den Befehl über die Legionen in Pannonia.

192

Umbenennung der Monate durch Kaiser Commodus (z. B. Commodus für April)

193

Fünfkaiserjahr. Nach der Ermordung von Kaiser Commodus (Cäsarenwahn) am letzten Tag des Jahres 192 streiten fünf Männer um die Macht im römischen Reich (Pertinax, Didius Julianus, Pescennius Niger, Clodius Albinus, Septimius Severus). 9. April: Kaisererhebung des Septimius Severus in Carnuntum (bis 211). Kaiser Septimius Severus marschiert in Rom ein und ersetzt die Prätorianer durch seine eigenen Legionen aus Pannonien. Beginn der Herrschaft über Wien durch die Severer (die von Septimius Severus begründete römische Dynastie von Kaisern, bis 235).

202

Edikt von Kaiser Septimius Severus: Übertritt zum Christentum mit wird mit schweren Strafen bedroht.

211

Der Sohn von Septimius Severus, Marcus Aurelius Antoninus, genannt Cararalla wird römischer Kaiser und Alleinherrscher durch Brudermord (bis 217).

212

Constitutio Antoniniana: Allgemeine Verleihung des römischen Bürgerrechtes für alle freien Untertanen im römischen Reich durch Kaiser Cararalla. Die Zivilsiedlung Vindobona (heute der 3. Bezirk) erhält das Stadtrecht (Municipium).

238

Sechskaiserjahr. Sechs Männer wurden vom Senat gleichzeitig als römischer Kaiser anerkannt: Maximinus Thrax, Gordian I., Gordian II., Pupienus, Balbinus, Gordian III.

259 - 260

Einfälle der Alamannen, Markomannen, Quaden und Sarmaten.

247

1000-Jahr Jubiläum von Rom (Kaiser Decius).

260

Regalianus wird in Carnuntum zum Kaiser ausgerufen.

270 - 283

Einfall der Vandalen, Sarmaten und Sueben in Pannonien.

280

Kaiser Probus erlaubt wieder den Weinbau in den Provinzen, der im Gebiet von Wien schon lange vor den Kelten betrieben wurde.

295

Markomannenfeldzug des Kaisers Galerius von Carnuntum aus.

304

Christenverfolgungen in Österreich unter Kaiser Diokletian. 4. Mai: Martyrium des Hl. Florian (Amtsvorsteher von Aelium Cetium, dem heutigen St. Pölten, später heilig gesprochen) in Lauriacum , Provinz Ufernoricum (heutige: Lorch, Öberösterreich, Ortsteil von Enns). Später wird hier die erste christliche Kirche und römisch-katholische Diözese Österreichs errichtet (370).

308

11. November: Kaiserkonferenz in Carnuntum unter dem Vorsitz Kasier Diokletians (Diokletian, Maximian und Galerius).

313

Hunnenreich Attilas 434 - 453
Hunnenwanderung 158 - 451
The Germanic Kingdom and the East Roman Empire 486
Das Awarenreich zur Zeit seiner größten Ausdehnung
Europa 814 zum Tod von Karl dem Großen
Die Expansion des Frankenreichs unter Karl dem Großen
Vertrag von Verdun - Die Teilung des Frankenreiches
Western Empire 843
Das Reich der Ottonen und Salier 972 und 1032
Origianlurkunde vom 1. November 996: Schenkung eines Gebietes "in der gewöhnlich Ostarrichi genannten Region" von Kaiser Otto III.

Mailänder Toleranzedikt (Zwei-Kaiser-Edikt), erlassen von Konstantin I., dem Kaiser des Westens, und Licinius, dem Kaiser des Ostens – das Christentum wird erlaubte Religion (Religionsfreiheit, Ende der Christenverfolgungen). Erste Spuren des Christentums in Wien (Johanneskapelle in Oberlaa).

324

Kaiser Konstantin I. wird Alleinherrscher.

325

Teilnahme eines Bischofs von Norikum am Konzil von Nicäa (heute Iznik, bei Istanbul, Türkei). Es besagt, dass das Osterfest immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlings-Anfang (bezogen auf Jerusalem) gefeiert werden soll.

391

Das Christentum wird Staatsreligion im römischen Kaiserreich durch Kaiser Theodosius I. Alle anderen Religionen werden verboten. Ender der Vielgötterei. Ende der Opferungen.

Um 395 - 400

Nach dem Eindringen der Hunnen in Südrussland drängen germanische Stämme über die Donau. Vindobona wird erneut zerstört und den Markomannen als Siedlungsgebiet zugewiesen. Letzte Erwähnung Vindobonas in der "Notitia dignitatum" (Staatshandbuch der Spätantike).

400 - 570

Völkerwanderung: Wien wird von Wandalen, Ostgoten, Hunnen, Rugiern, Herulern und Langobarden überrannt bzw. besetzt.

433

Abtretung von Teilen Pannoniens an die Schwarzen Hunnen (König Rugila), ein asiatisches Reitervolk (Nomaden) aus der heutigen Mongolei und Kirgisien. Ostösterreich ist Teil des Hunnenreichs.

445

Der Hunnenkönig Attila (gotisch "Väterchen", im Deutschen Etzel genannt) ist nach dem Mord an seinem Bruder Bleda (444) alleiniger Herrscher über das Hunnenreich.

453

Der Hunnenkönig Attila stirbt betrunken im pannonischen Standlager in Wien in der Hochzeitsnacht mit der burgundischen (Goten) Königstochter Hildico (Krimhild) an Blutsturz. Das Hunnenreich beginnt zu zerfallen, das Volk der Schwarzen Hunnen ging in den anderen Völkern auf, z. B. den Awaren und den Chasaren.

455

Wien ist ostgotisch. (Rugier).

476

Ende des Weströmischen Reiches. Der germanische König Odoaker setzt als Anführer einer Söldnererhebung den weströmischen Kaiser Romulus Augustulus ab und wird am 13. August germanischer König in Italien.

482

Der Hl. Severin, "Apostel Noricums", kommt in den Wiener Raum.

488

Ende der Römerzeit in Österreich. König Odoaker zieht die römische Verwaltung und das Militär aus der Provinz Ufernoricum nach einem Krieg gegen die Rugier ab. Abzug der römischen Zivilbevölkerung nach Italien. Die keltisch-römische Grundbevölkerung siedelt sich in der Nordostecke des Römerlagers (beim Hohen Markt) an.

622

Beginn der islamischen Zeitrechnung. (Auszug Mohammeds und seiner Anhänger aus Mekka)

6. - 8. Jahrhundert

Österreich ist Teil des Awarenreichs (frühmittelalterliches Reitervolk).

740

Begründung der ältesten Kirche von Wien (Ruprechtskirche, von Salzburg geweiht) auf dem Gebiet des ehemaligen Vindobona. In der Ruprechtskirche wurde Salz durch das Salzamt an Einzelhändler verkauft.

768

Karl der Große wird mit seinem Bruder Karlmann König der Franken

771

Karlmann stirbt und Karl der Große wird Alleinherrscher.

791 - 796

Awarenkriege. Zerstörung des Awarenreichs durch Karl dem Großen.

800

Ende des Awarenreiches. Kaiserkrönung Karls des Großen in Rom am 25. Dezember. Karl der Große gründet die "Provincia Avarorum", der so genannten Awarischen oder Karolingischen Mark, im ehemaligen pannonischen Raum (heutiges Niederösterreich), die die Reichsgrenzen gegen die in Pannonien und Ost-Mitteleuropa herrschenden Awaren schützen sollte. Wien wird als strategisches und wirtschaftliches Zentrum nachweisbar. Karl der Grosse gründet in Wien die Peterskirche.

843

Vertrag von Verdun. Das Fränkische Reich (Karolingerreich) wird unter den drei Enkeln Karls des Großen aufgeteilt. Das Donaugebiet wird Teil des ostfränkisches Reichs.

881

Schlacht gegen die Magyaren. Das heutige Wien wird erstmals als Venia (bzw. Weniam) bezeichnet.

907 - 955

Ostösterreich ist magyarisch.

911

Tod des letzten Karolingers Ludwig das Kind.

955

Ende der Ungarnkriege. Am 10. August erzielt Otto I., der Große, einen militärischen Sieg gegen die ungarischen Reiter bei der Schlacht auf dem Lechfeld bei Augsburg.

962

Entstehung des Heiligen Römischen Reiches. (Sacrum Imperium Romanum, bis 1806). Den Sieg über die Ungarn veranlasste Papst Johannes XII. im Alter von 25 Jahren, Otto nach Rom zu rufen und ihm die Kaiserkrone anzubieten, damit dieser als Beschützer der Kirche auftrete. Otto I., der Große, wird am 2. Februar von Papst Johannes XII. zum Kaiser gekrönt.

976

Beginn der Herrschaft der Babenberger in Österreich. Errichtung der Markgrafschaft Ostarrichi unter Markgraf Leopold I. der Erlauchte (Luitpold).

984

Nach abgewehrten Einfällen von ungarischen Reiterscharen weitet Leopold I. seine Mark bis zum Ostrand des Wienerwalds aus.

996

1. November: Der Name Ostarrîchi ("Marchia Orientalis" - "Mark im Osten") wird erstmalig in einer Urkunde erwähnt. (Schenkung eines Gebietes "in der gewöhnlich Ostarrichi genannten Region" - "in regione vulgari vocabulo Ostarrichi") von Kaiser Otto III. an den Bischof von Freising

998

Neuerliche Nennung Ostarrichis in einer Urkunde.

1012

Martyrium des irischen Pilgers Koloman durch Erhängen.

1030

Zu "Viennis" muss sich das Heer Kaiser Konrads II. den Ungarn ergeben, Wien wird von den Ungarn eingenommen.

1054

Schisma zwischen West- und Ostkirche (Kirchenspaltung)

um 1060

Vereinigung der Böhmischen und Ungarischen Marken mit der Mark an der Donau zur Mark Österreich.

1096 - 1099

Erster Kreuzzug. 15. Juli 1096: Eroberung Jerusalems - Entstehung des Johanniterordens.

1136

Erstnennung des Namens Austria

1137

"Tauschvertrag von Mautern" zwischen Markgraf Leopold IV. und dem Bischof von Passau. Dabei wurden Güter ausgetauscht, um dem Bischof zu ermöglichen, in Wien eine Kirche zu bauen, die dem Heiligen Stephan geweiht sein sollte.

1140

Erste urkundliche Erwähnung von Mwerlingen (Murlingen) im Klosterneuburger Traditionsbuch. Der Name hat wahrscheinlich die Bedeutung von "Leute (oder Siedlung) an der Mauer". Aus Murlingen entwickelte sich der Name Meidling, denn im Wiener Dialekt werden die Lautverbindungen "rl" und "dl" gleich ausgesprochen.

1146

11. September: Niederlage Heinrichs II. gegen die Ungarn an der Fischa.

Urkunde von Papst Eugen III., 27. Dezember 1146, Bestätigung von Papst Eugen III. über die Schenkung Mwerlingens des Babenbergers Lepold III. an das Stift Klosterneuburg:

MWERLINGEN CUM CETERIS PREDIIS ET VINEIS VESTRO IURI PERTINENTIBUS

Mwerlingen gehört sowohl mit den übrigen Grundstücken als auch mit den Weingärten zu eurer Rechtshoheit

1146 - 1149

Teilnahme Heinrichs II. am 2. Kreuzzug.

1147

Europe during the 12th Century
Central Europe 1180

Weihe der Stephanskirche in Wien durch Bischof Reginbert. Die Stephanskirche übernimmt in ihrer Funktion als Pfarre von Wien von der Ruprechtskirche.

1155

Markgraf Heinrich II. Jasomirgott beruft iroschottische Mönche nach Wien, stiftet das Schottenkloster und verlegt im Jahr darauf als Herzog Heinrich II. seine Residenz auf den Platz Am Hof. Ausdehnung Wiens nach Westen.

1156

Österreich ("Ostarrichi" - "Marchia Orientalis" - "Mark in Osten") wird vom Herzogtum Bayern abgetrennt. Kaiser Friedrich I. erhebt am 17. September mit dem Privilegium Minus (kleiner Freiheitsbrief) Österreich zum Herzogtum, Wien wird damit Sitz des Herzogs (Markgraf Heinrich II. Jasomirgott von Babenberg). Erste urkundliche Erwähnung von Hercendorf (Hetzendorf), Henricus von Hetzendorf

1157

Das Reich erhält den Namen "Sacrum Imperium".

1190

3. Kreuzzug, (1189-1192, Geplante Rückeroberung Jerusalems von Sultan Saladin). Der weiße Waffenrock des Herzogs von Österreich, Leopold V. der Tugendhafte von Babenberg, ist nach der Schlacht um Akkon gegen Sultan Saladin in Palästina von den vielen getöteten Muslimen blutrot gefärbt, bis auf den Teil den das Wehrgehänge um die Hüften bedeckte. (Ursprung der Farbe und des Wappenschildes von Österreich). Leopold V. gerät im Palästina mit König Richard Löwenherz in Konflikt (Richard Löwenherz ließ die österreichische Fahne durch den Dreck ziehen) und zieht darufhin die Truppen ab. 11. Juni: Tod Kaiser Friedrichs I. Barbarossa auf dem 3. Kreuzzug.

1191

Gründung des Deutschen Ordens (heute mit dem offiziellen Titel "Brüder vom Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem") durch Kaufleute aus Bremen und Lübeck und deutschen Rittern in Akkon. 9. Oktober: Rückkehr Leopolds V. vom 3. Kreuzzug nach einem Streit mit König Richard Löwenherz.

1192

Der englische König Richard Löwenherz wird von Markgraf Leopold V. dem Tugendreichen, in Erdberg bei Wien gefangen genommen. 8. Mai: Vereinigung der Herzogtümer Österreich und Steiermark.

1194

Freilassung König Richards I. Löwenherz gegen ein Lösegeld. Der österreichische Anteil am Lösegeld für König Richard wird u. a. für den Ausbau der Stadtmauern verwendet.

1198 - 1230

Herzog Leopold VI. der Glorreiche. "Goldenes Zeitalter Wiens": In diese Zeit fallen zahlreiche Klostergründungen, Stadtrecht, Stapelrecht, Münzstätte, Aufschwung von Handel und Kunst (Reinmar von Hagenau, Walther von der Vogelweide, Niederschrift des Nibelungenliedes, Beginn des zweiten Baues von St. Stephan).

um 1200

Entstehung des Nibelungenlieds im Donauraum.

1202 - 1204

4. Kreuzzug - Eroberung Konstantinopels

1204

Nennung einer jüdischen Schule und Synagoge in Wien, ältestes Ghetto in der Seitenstettengasse.

1210

Ketzerverfolgung (Katharer) in Österreich durch Leopold VI.

1221

Wien bekommt das Stadt- und Stapelrecht verliehen. Das Stapelrecht verpflichtete fremde (durchziehende) Kaufleute, ihre Waren in der Residenzstadt zu stapeln (auf bestimmte Zeit einzulagern) und während dieser Zeit hatten die Wiener Bürger das Vorkaufsrecht. Fand der Kaufmann keinen Abnehmer, musste er die Ware nach Errichtung einer ziemlich hohen Ausfuhrgebühr wieder nach Hause führen, was beinahe einem Totalverlust gleichkam. Die älteste Stadt von Österreich ist Enns (seit 1212, in der Römerzeit Lauriacum genannt).

1228 - 1229

5. Kreuzzug

1230

Krieg gegen König Wenzel I. von Böhmen

1237

Im Streit zwischen Kaiser Friedrich II. und Herzog Friedrich II. dem Streitbaren stellt Wien sich auf die Seite des Kaisers und wird freie Reichsstadt. Erstmalige Erwähnung einer Schule in Wien, "Schule bei St. Stephan".

1241

Einfall der Mongolen in Niederösterreich (Wiener Neustadt). Päpstlicher Bann gegen Herzog Friedrich II.

1242

Abzug der Mongolen nach dem Tod des Großkhans Ügedei am 11.12.1241.

1244

Wien erhält von Herzog Friedrich II. ein neues Stadtrecht, die Juden einen Schutzbrief.

1245

Plan der Königreichserhebung Österreichs und der Steiermark.

1246

6. Jänner: Sieg Herzog Friedrichs II. bei Staatz über die Böhmen. Im Juni: Krieg gegen Ungarn wegen der westungarischen Komitate. 15. Juni: Tod des letzten Babenbergerherzogs Friedrich II. in der Schlacht am Marchfeld. Das Geschlecht der Babenberger stirbt aus.

1248 - 1254

6. Kreuzzug.

1251

Der Böhmenkönig Ottokar Przemysl zieht kampflos in Wien ein und verhilft der Stadt zu neuem Aufschwung.

1252

Krieg Ottokars II. gegen Bela IV. von Ungarn. 4. Juli: Vermählung Ottokars II. mit der Babenbergerin Margarete.

1254

Das Reich erhält den Titel "Sacrum Romanum Imperium". Ottokar II. verkündet die "Pax Austriaca". 3. April: Frieden von Ofen zw. Ottokar II. und Bela IV. von Ungarn.

1258/1276

Verheerende Brände vernichten grosse Teile der Stephanskirche und zwei Drittel der Stadt Wien. Ottokar unterstützt den Wiederaufbau.

1260

Erneuter Krieg Ottokars II. gegen Bela IV. von Ungarn. 12. Juli: Sieg Ottokars II. über Bela IV. von Ungarn bei Groißenbrunn.

1261

13. März: Frieden von Wien zw. Ottokar II. und Bela IV. von Ungarn.

1268

9. Oktober: Hinrichtung des letzten Staufers Konradin.

1270

7. und letzter Kreuzzug

1273

1. Oktober: Beginn der habsburgischen Herrschaft in Österreich nach dem Sieg von Rudolf I. von Habsburg über Ottokar II. von Böhmen. Ottokar unterliegt gegen König Rudolf I. von Habsburg, Wien kapituliert und erhält von König Rudolf ein neues Stadtrecht, das die Reichsunmittelbarkeit bestätigt.

1276

21. November: Frieden zu Wien zw. Rudolf I. und Ottokar II. 3. Dezember: Fünfjähriger Landfrieden Rudolfs I.

1277 - 1278

Schwere Hungersnot

1278

26. August: Schlacht bei Dürnkrut und Jedenspeigen. November: Doppelhochzeit der Kinder Rudolfs I. und Ottokars II.

1287/88

Erhebung der Wiener Bürger gegen Albrecht I.

1290/91

Krieg mit Ungarn. Die Ungarn dringen bis Wien vor.

1291

15. Juli: Tod König Rudolfs I. von Habsburg.

1296

Herzog Albrecht I. verleiht Wien ein neues Stadtrecht.

1298

27. Juli: Wahl Albrechts I. zum römischen König. Der erste Christkindlmarkt in Wien ist urkundlich nachweisbar.

Ab dem 14. Jahrhundert

Der Ort Muerlingen besteht aus einigen Bauernhäusern und zwei Mühlen am Wienfluss. Die meisten Einwohner sind im Weinbau, Ackerbau und Milchwirtschaft tätig.

1304

Große Tockenheit. Als erstes gotisches Grossbauprojekt wird der "Albertinische Chor" von St. Stephan begonnen (bis 1340). August: Einfall der Kumanen in Österreich. 24. Oktober: Sieg über die Kumanen bei Altenburg.

1308

1. Mai: Ermordung Albrechts I. durch seinen Neffen Herzog Johann.

1309

Erhebung der österreichischen Landherren gegen Herzog Friedrich der Schöne.

1312

Ketzerverfolgungen in Krems, St. Pölten und Wien.

1314

Der Ort Altmannsdorf wird zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

1316 - 1317

Hungersnot, Regenfälle und Überschwemmungen.

1327

Rückzug Friedrichs d. Schönen auf Burg Gutenstein (bis 1330, Tod am 13.1.1330).

1337

Kalter regenreicher Sommer - Verfaulen der Feldfrüchte.

1338

Heuschreckenplage in Wien.

1340

Überschwemmungen nach langem, kalten Winter.

1341

Hungersnot.

1342

Überschwemmungen nach langem, kalten Winter.

1347

Überschwemmungen nach langem, kalten Winter.

1348

25. Jänner: Erdbeben der Stärke 10 nach Mercalli-Sieberg in Friaul und Kärnten, Einsturz der Villacher Alpe.

1349

Die Pest (Beulenpest) erreicht Niederösterreich und Wien.

1350

Stadtbrand in Wien.

1354

Ertragreiche Weinernte.

1355

25. November: Hausordnung Albrechts II.: Gemeinsame Regierung aller Söhne.

1358

20. Juli: Tod Herzog Albrechts II. in Wien - Nachfolger wird sein Sohn Herzog Rudolf IV. der Stifter.

1358–1365

Central Europe 1360

Herzog Rudolf IV. der Stifter: In seine kurze Regierungszeit fallen u. a. die Überwindung der Wirtschaftskrise nach den vorangegangen Katastrophen, der Baubeginn von Langschiff und Südturm von St. Stephan (vollendet 1433) und die Gründung der Wiener Universität (12. März).

1359

21. März: Einführung des Ungelds (10% Getränkesteuer) im Herzogtum Österreich.

1365

16. März: Erhebung der Wiener Stephanskirche zum Domkapitel. Unter dem Episkopat von Sigmund von Kollonitz wurde Wien durch Papst Innozenz XIII. mit der Bulle "In supramae dignitatis speculain" in den Rang einer Erzdiözese erhoben (Unabhängigkeit von Passau). 19. April: Patronatstausch von Waidhofen/Thaya und St. Stephan in Wien. 27. Juli: Tod Herzog Rudolfs IV. in Mailand (beigesetzt in Wien, St. Stephan.

1371

Judenverfolgung in Wien.

1380

Leopold von Wien verfasst die "Chronik der 95 Herrschaften".

1381

In Wien wütet die Pest und rafft große Teile der Bevölkerung dahin.

1384

20. Februar: Errichtung der theologischen Fakultät an der Universität Wien.

Wallfahrt Albrechts IV. nach Venedig und Palästina

1399

Verwüstungen im nördlichen Niederösterreich durch Fehden zw. mährischen und österreichischen Armeen.

1402

Hochwasser der Donau

1404

Tod Herzog Albrechts IV. in Klosterneuburg.

1406

Tod Herzog Wilhelms in Wien.

1408

Hinrichtung durch Vierteilen des Bürgermeisters von Wien Konrad Vorlauf am Hohen Markt in Wien. Schneereicher, kalter Winter - Zufrieren der Donau (Eisstoß).

1410/11

Pest

1414

Allgemeiner Landfrieden Albrechts V.

1421/22

Grausamste Judenverfolgung des Mittelalters unter Herzog Albrecht V. Nach peinlichem Verhör werden mehr als 200 Juden in Anwesenheit Herzog Albrechts V. hingerichtet, das Ghetto wird liquidiert.

1428

Vordringen der Hussiten bis vor Wien - Beschießung Nußdorfs.

1430

Otto IV. von Maissau unterwirft sich Herzog Albrecht V.

1438

Wien wird nach der Wahl Herzog Albrechts V. zum deutschen König (Albrecht II.) wieder zur Reichshauptstadt.

1439

Tod König Albrechts II. in Ungarn. Errichtung der ältesten Wiener Donaubrücke aus Holz.

1440

Kaiser Friedrich III. (1440 König, 1452 Kaiser, bis 1493).

1451

Europa during the 15th Century
Central Europe 1460

Landtag zu Wien.

1452

16. März: Vermählung Friedrichs III. mit Eleonore von Portugal, 19. März: Kaiserkrönung Friedrichs III. in Rom.

1448

Das erste Wiener Konkordat - völkerrechtliche Vereinbarung über beiderseitig interessierende Fragen zwischen der katholischen Kirche und einem Staat - zwischen König Friedrich IV. und dem Papst regelte die Besetzung der Kirchenämter und die kirchliche Organisation (bis 1803 in Geltung).

1456

Hetzendorf steht unter der Grundherrschaft des Deutschen Ritterordens.

1461

Krieg Albrechts VI. gegen Friedrich III. - Belagerung Wiens. Friede von Laxenburg. Nach vorübergehender Beilegung des Konflikts verleiht Kaiser Friedrich III. Wien das Wappen mit dem Doppeladler. Wien hat ca. 25.000 Einwohner.

1462

Wolfgang Holzer, ein Anhänger Erzherzog Albrechts VI. (Gegenspieler Friedrichs III.), wird Wiener Bürgermeister. Friedrich III. wird in der Wiener Burg belagert, Albrecht zieht in Wien ein.

1463

Wolfgang Holzer wendet sich gegen Erzherzog Albrecht und wird hingerichtet durch Vierteilen. Jeder seiner vier Teile wird an einem anderen Stadttor zur Warnung ausgestellt. Nach Albrechts Tod in Wien unterwirft sich Friedrich III. Wien. Verwüstungen im Raum Wien durch Söldnertruppen.

1469

Gründung des Bistums (Erzdiözese) Wien. Kaiser Friedrich III. erwirkt von Papst Paul II. die Bulle "In supramae dignitatis specula". Wien wird dadurch zum Bischofssitz und damit St. Stephan zur Kathedrale erhoben. Leopold Graf Spaur wurde am 20. August 1471 der erste Bischof, übte aber keine bischöflichen Tätigkeiten aus.

1482

Beginn des Ungarnkriegs mit der Belagerung von Bruck/Leitha.

1484

5. Dezember: "Hexenbulle" (Summis desiderantes affectibus) von Papst Innozenz VIII, veranlaßt durch die Inquisitoren Heinrich Institor und Jakob Sprenger. Damit bestätigt der Papst offiziell die Existenz der Hexerei und verwirft damit die bisher gültige kirchliche Lehrmeinung (Canon episcopi - Zauberei und Aberglaube werden als Einbildung verurteilt).

1485

6. Jänner: Heiligsprechung Markgraf Leopolds III von Babenberg, Markgraf von Ostarrichi (1095-1136). Heute: Landespatron von Österreich, Festtag: 15. November (Todestag), schulfrei in Wien, Niederösterreich, Öberösterreich. Wien vom Ungarnkönig Corvinius kampflos eingenommen.

1485–1490

1. Juni: Kapitulation Wiens vor den Ungarn. Der Ungarnkönig Matthias Corvinus ist Herr von Wien. Nach Corvinus' Tod in Wien erobert Maximilian I. die Stadt zurück.

1487

Eines der unheilvollsten Bücher der Geschichte, der Hexenhammer (lat. Malleus Maleficarum) von Dominikaner Dr. theol. Mag. Heinrich Institor OP, eigentlich Heinrich Kramer bzw. Frater Henricus Institor erscheint. Beginn der systematischen Verfolgung und Vernichtung der Hexen. Statt Anklage Denunziation, statt Beweisen Folter, Hexenproben. In 150 Kernjahren der Verfolgung insgesamt 50.000 bis 300.000 Menschen getötet, 80% Frauen.

1493

Kaiser Maximilian I. (bis 1519).

1501

In Wien wird der Henker von der Menge gelyncht, weil er bei der Hinrichtung am Hohen Markt mehrere Hiebe gebraucht hatte, um das Haupt abzuschlagen. Wien hat 20.000 Einwohner.

1510

Im Heiligen Römischen Reich studieren 6000 Studenten, durchschnittlich 300 pro Universität.

1513/14

"Lateinischer Krieg" - schwere Studentenkrawalle in Wien.

1517

Aufhebung des Stapelrechts in Wien.

1522

Beschluss eines Türkenfeldzugs auf dem Landtag in Wiener Neustadt.

1524

Hinrichtung des Lutheraners Caspar Tauber vor dem Wiener Stubentor

1528

Hinrichtung des Wiedertäufers Balthasar Hubmayr in Wien.

1529

Bei der 1. Türkenbelagerung unter Sultan Soliman (22. September – 14. Oktober) wird Wien von den Türken erfolglos belagert. Niklas Graf Salm lässt die Vorstädte niederbrennen und organisiert erfolgreich die Verteidigung Wiens. Meidling wird zur Gänze zerstört.

1531

Beginn des Ausbaus Wiens zur Festung nach Plänen von Hermes Schallauzer. Die Türkengefahr im Umland von Wien bleibt bestehen.

1532

18. September: Sieg über die Türken im Triestingtal.

1539

Vertreibung der Wiedertäufer (Habaner).

1544

Central Europe 1555
Europe about 1560

Ausweisung aller Juden aus Österreich durch Ferdinand I.

1551

Um die Wiener Gegenreformation einzuleiten werden Jesuiten werden an den Hof gerufen, die rasch großen Einfluss erlangen. Judenpatent: Juden müssen ihre Kleidung mit einem gelben Lappen kennzeichnen

1552

Neue Polizeiordnung Ferdinands I.

1556

Wien wird Sitz des Kaisers, nachdem Ungarn und Böhmen zum Heiligen Römischen Reich hinzugekommen waren. Dies ist auch die Zeit der Rekatholisierung der Stadt, die ziemlich rasch protestantisch geworden war. Kaiser Karls V. dankt ab (Tod 1558), Ferdinand I. wird Kaiser.

1564

Tod Kaiser Ferdinands I. - Nachfolger wird sein Sohn Maximilian II.

1568

Religionskonzession Maximilians II.

1571

"Religionsassekuration" Maximilians II.

1575

Jagdordnung Maximilians II.: Jagd wird alleiniges Adelsprivileg.

1576

Tod Kaiser Maximilians II. in Regensburg - Nachfolger wird Kaiser Rudolf II.

1583

27. September: Einziger Hexenprozess in Wien gegen Elsa Plainacher (Elisabeth Plaininger), einer etwa 70-jährigen Frau aus der Geminde Mank bei Melk (Niederösterreich). Auf Betreiben des Bischofs mit Unterstützung des Hofes wird sie auf dem Richtplatz "unter den Weißgerbern" (heute Wien III) am Scheiterhaufen als Hexe verbrannt. Ihre 16-jährige Enkelin Anna Schiltenbaurin, ein psychisch krankes Mädchen, das mehrfache Exorzismen nicht heilen konnten, gab seiner Großmutter die Schuld an ihrem Leiden und löste den Prozess aus. Der Fall "Plainacherin-Prozess" war in der Öffentlichkeit sehr beachtet und beschäftigte höchste Kreise.

1. Oktober: Einführung des Gregorianischen Kalenders.

1593 - 1606

Türkenkrieg

1599

Grabungen Maximilians III. in Carnuntum - antike Schätze werden entdeckt.

1606

Unter dem habsburgfeindlichen Siebenbürger Stephan Bocskay fallen Truppen in Niederösterreich ein. Meidling und Hietzing werden verwüstet.

1609

"Religionskapitulation": Bestätigung der Religionsfreiheiten.

Pricipal Seats of War 1618-1660

1612

Tod Kaiser Rudolfs II. in Prag - Nachfolger wird sein Bruder Kaiser Matthias (bis 1619).

1618

23. Mai: "Prager Fenstersturz" - Beginn des Dreißigjähriger Krieg (Religionskrieg, Katholiken gegen Protestanten, bis 1648). Verhaftung von Kardinal Melchior Klesl.

1619

Tod des Kaisers Matthias - Nachfolger wird Ferdinand II. (bis 1637).

1620

Spaltung der evangelischen Stände. Vereinigung der katholischen Liga. Schlacht am Weißen Berg: Sieg der katholischen Liga.

1624/25

Die Juden werden aus der Stadt gewiesen – ein Ghetto entsteht im Unteren Werd. Katholische Ärzte dürfen Protestanten nicht behandeln; protestantische Schulmeister und Prediger müssen die Stadt verlassen.

1637

Tod Kaiser Ferdinands II. in Wien - Nachfolger wird sein Sohn Kaiser Ferdinand III. (bis 1657).

1641

Mandat Ferdinands III. zur Ausrottung der Wölfe im Reich. 18. Juni 1641: Brigitta Brandstätterin, Mutter zweier erwachsener Kinder, wird vom Landgericht Gutenstein wegen Zauberei und Blutschande als Hexe zum Tod durch lebendiges Verbrennen am Scheiterhaufen zu Pulver und Asche verurteilt.

1643

Im Frühjahr dringen Schwedische Truppen bis in den Norden von Wien vor, es kommt aber zu keinem ernstlichen Angriff.

1645

Europa 1648, Friede von Westfalen
Central Europe 1660

Die Schweden brennen Stockerau nieder und sprengen Burg Kreuzenstein.

1646

Rückeroberung schwedischer Stützpunkte.

1648

24. Oktober: Westfälischer Friede, Ende des Dreißigjährigen Krieges. Wien ist die größte Stadt im Heiligen Römischen Reich.

1652

Reformpatent zur Durchsetzung der Rekatholisierung der Bevölkerung.

1656

Landgerichtsordnung (Ferdinandea). Erlaubnisscheine für den Aufenthalt von Juden und Protestanten in Wien werden eingeführt.

1657

Tod Kaiser Ferdinands III. in Wien - Nachfolger wird sein Sohn Kaiser Leopold I. (bis 1705).

1663/64

Krieg gegen die Türken

1669/70

Auf Mandat Leopolds I. Ausweisung der Juden in Wien aus der Leopoldstadt (Unterer Werd).

1679

Beginn der grossen Pestepidemie; Kaiser, Adel und die reichen Bürger fliehen nach Prag. In Wien fordert der Schwarze Tod mehr als 60.000 Opfer. Abraham a Sancta Clara tritt als Bussprediger auf. Der Straßensänger Augustin fällt betrunken in eine Pestgrube ohne zu erkranken (Legende vom Lieben Augustin).

1683

Flucht der Kaiserfamilie aus Wien nach Korneuburg,

Bei der 2. Türkenbelagerungen (13. Juli - 12. September) wird Meidling abermals zur Gänze zerstört. Der walachische Fürst Servan II. Cantacuzeno, einziger christlicher Führer in Gefolgschaft von Kara Mustafa, hatte im Gatterholz - einem kleinen Wald, aus dem sich die Türken mit Holz für den Bau ihrer Minen versorgten - sein Lager mit 10.000 Mann aufgeschlagen. Daran erinnert heute die Moldauer Kapelle, in der das Moldauer Kreuz, das nach dem Abzug Cantacuzenos im Gatterhölzlwald gefunden wurde, aufbewahrt wurde und heute verschollen ist. Zwei Monate (Juli bis September) belagert Kara Mustapha die Stadt, die Verteidiger werden von Ernst Rüdiger Graf Starhemberg kommandiert. In höchster Not befreit ein Entsatzheer unter dem Oberbefehl des Polenkönigs Jan Sobieski am 13. September die Stadt. Die Türken werden in die Flucht geschlagen. Aus den türkischen Kanonenkugeln wird die Pummerin gegossen, die Glocke im Nordturm der Kathedrale zu St. Stefan (heute die zweitgrößte Glocke von Europa oder die fünftgrößte der Welt).

1685

Johannes Diodato eröffnet das erste Wiener Kaffeehaus. Auf dem Platz Am Hof wird die erste Berufsfeuerwehr Europas eingerichtet.

1688

Einführung der Straßenbeleuchtung in Wien. (ca. 2.000 Laternen, gespeist mit Klauenfett).

1690

"Reformation" (durch Martin Luther 1517 ausgelöste kirchliche Erneuerungsbewegung).

1694

Graf Thun beauftragte den Wiener Barockarchitekten Johann Bernhard Fischer von Erlach mit dem Bau eines Jagdschlosses ("Thunhof") unweit des Areals von Schloss Schönbrunn, heute Schloß Hetzendorf (Wahrzeichen von Meidling) und Modeschule der Stadt Wien.

1700

Nach der Überwindung der Schäden, die von der Türkenbelagerung herrührten, setzt für Wien der glanzvolle Aufstieg zu einer Kaiserstadt ein. Prunkvolle Barockbauten formen das Stadtbild des 18. Jahrhunderts. Wien zählt ca. 80.000 Einwohner

1703

Das "Wienerische Diarium" (seit 1780 "Wiener Zeitung"), die älteste Zeitung der Welt, wird gegründet. Ausgabe von "Giro-Zeddel" als Papiergeld.

1704

Kuruzzenaufsände und -einfall (Siebenjähriger Krieg, bis 1711). Anlage des "Codex Austriacus" (Gesetz- und Patentsammlung). Errichtung des Linienwalles zum Schutz der Vorstädte vor den Kuruzzen. Vordringen der Kuruzzen bis vor Wien.

1705

Totale Sonnenfinsternis 1706

Tod Kaiser Leopolds I. in Wien - Nachfolger wird sein Sohn Kaiser Joseph I. (bis 1711).

1706

12. Mai: Totale Sonnenfinsternis über Wien, Dauer 2 Minuten.

1711

Tod Kaiser Josephs I. - Nachfolger wird sein Bruder Karl VI. (bis 1740). 17. April: Frieden von Szathmár - Ende der Kuruzzenaufstände.

1712

Bei der Rückkehr Kaiser Karls VI. von der Krönung in Frankfurt wird die Pummerin erstmals geläutet. Krönung Karls VI. zum König von Ungarn. In die Regierungszeit Karls VI. fallen u. a. der Bau der Karlskirche, der Geheimen Hofkanzlei, des Belvederes, der Hofbibliothek, des Reichskanzleitraktes und der Winterreitschule.

1713

Erneuter Ausbruch der Pest, die fast 10.000 Opfer fordert.

1715

Durchmarsch des schwedischen Heers durch Niederösterreich.

1720

Bau der Straße Wien-Znaim.

1721

Druck des 1. Bandes der "Scriptores rerum Austriacarum".

1723

Wien wird zum Erzbistum erhoben. Die Kathedrale zu St. Stephan wird Metropolitankirche des Erzbischofs von Wien. In Österreich-Ungarn (1867-1918) durfte keine Kirche höher als der Südturm (136,4 m) erbaut werden. Wien zählt ca. 150.000 Einwohner.

1729

Heiligsprechung von Johannes Nepomuk.

1736

Tod Prinz Eugens von Savoyen in Wien.

1740

Tod Kaiser Karls VI. - Nachfolgerin wird seine Tochter Erzherzogin/Kaiserin Maria Theresia (bis 1780). Maria Theresia tritt im Alter von 23 Jahren nach dem überraschenden Tod ihres Vaters Kaiser Karl VI. die Regierung an. In ihre Regierungszeit fallen zahlreiche Veränderungen in Bereichen der Verwaltung, der Bildung und Wissenschaften, der Rechtspflege, des Theaters und der Architektur.

1741

Österreichischer Erbfolgekrieg. Überschwemmungen im Raum Wien.

1744

Überschwemmungen der Donau und des Wienflusses.

1745/46

Erste Phase der Reformen Maria Theresias.

1748

Frieden von Aachen: Ende des österreichischen Erbfolgekriegs.

1749

Beginn der großen Staatsreform Maria Theresias.

1752

Einrichtung der "Keuschheitskommission"; Errichtung der Menagerie in Schönbrunn. Wien zählt (unter Einbeziehung der Vorstädte bis zu den Linien) 175.600 Einwohner.

1753

Eröffnung der ersten Schule Meidlings, 12., Meidlinger Hauptstraße 17.

Echtzeitplan der Stadt Wien

1755

Wiederentdeckung der Meidlinger Schwefelquellen durch Abbé Pohl, zunächst Überlassung an die Kaiserliche Familie. (Schloss Meidling)

1760

Erstmals werden in Österreich in größerem Ausmaß Kupferscheidemünzen geprägt.

1762

Erstmals Ausgabe von Papiergeld in Österreich.

1764

Der älteste Sohn von Maria Theresia, Josef II., wird römischer König.

1766

Kaiser Joseph II. gibt den Prater zur allgemeinen Benützung frei.

1770

Ersterfassung der Häuser durch Conskriptionsnummern in Wien. Die Briefzustellung und die Rekrutierung des Militärs sollten durch die sogenannten Conscriptionsnummern verbessert werden.

1772

Patent zur Errichtung des Lainzer Tiergartens.

1774

Die Allgemeine Schulordnung für die deutschen Normal-, Haupt- und Trivialschulen wird eingeführt (Unterrichtspflicht).

1775

Der Augarten wird zur allgemeinen Benützung durch Joseph II. geöffnet.

1776

Central Europe 1780

Abschaffung der Folter und Hexenprozesse in Österreich.

1779

Explosion des Pulverturms an der Nußdorferlinie bei Wien.

1780

Tod Kaiserin Maria Theresias - Kaiser Josef II. wird Alleinherrscher.

1781

Toleranzpatent für Protestanten und Griechisch-Orthodoxe, freie Religionsausübung. Erlassung des Untertanenpatents in Österreich (Aufhebung der Leibeigenschaft).

1782

Beginn der Neuorganisation der Polizei in Österreich durch Graf Pergen. Erlassung des Toleranzpatentes für die Wiener Juden, Gewährung von religiöser Toleranz, Aufhebung verschiedener Beschränkungen (Leibmaut). Uraufführung von Mozarts "Entführung aus dem Serail" in Wien.

1783

Einführung eigener Beamter für die Stadt Wien (Magistrate) durch Kaiser Joseph II. Einführug des Bürgerlichen Gesetzbuches und einer neuen Gerichtsordnung in Österreich. Eröffnung des Allgemeinen Krankenhauses in Wien.

1784

Joseph II. erlässt das Auswanderungsverbot, Einfuhrverbot ausländischer Waren, Begräbnispatent und Sprachpatent (Deutsch als Amtssprache in der gesamten Monarchie ist nach schwerem Widerstand Ungarns und Belgiens gescheitert). Eröffnung des Allgemeinen Krankenhauses in Wien.

1785

Anordnung der Grundvermessung in Österreich. Überschwemmung des Wien-Flusses. Freimaurerpatent Josephs II.: Toleranz für die Freimaurer.

1786

Errichtung der geheimen Polizei unter der Leitung von Graf Pergen in Österreich (Gesinnungsschnüffelei, Unruhen). Gründung von Pensions-, Witwen- und Waisenkassen.

1787

Abschaffung der Todesstrafe in Österreich, Abschaffung der Kinderarbeit vor dem 9. Lebensjahr. Donauhochwasser mit 6 Meter hoher Flutwelle (Donautsunami).

1788

Beginn des Türkenkrieges (bis 1791). Hungeraufstand in Wien. Besonders betroffen sind Handwerker und Taglöhner. Es kommt zur Stürmung und Plünderung von Bäckerläden.

1789

Französische Revolution.

1790

Tod Kaiser Josephs II. in Wien - Nachfolger wird sein Bruder Kaiser Leopold II. (bis 1792). Wien zählt ca. 200.000 Einwohner.

1791

Frieden zwischen der Türkei und Österreich.

1792

Tod Kaiser Leopolds II. in Wien - Nachfolger wird Sohn Kaiser Franz II., ab 1804 als österreichischer Kaiser Franz I. (bis 1835).

1794

Verhaftung von Jakobinern in Wien.

1795

Central Europe 1801
Germany and Italy anno 1803
Central Europe 1810

Hinrichtung des "Jakobiners" Leutnant Franz Hebenstreit in Wien.

1799

Kriegserklärung Österreichs an Frankreich.

Ende 18. Jahrhundert

wurde Meidling vom Bauerndorf zu einem Zentrum der Textil- und Ziegelindustrie.

1804

Gründung des Kaisertums Österreich: Franz Joseph II. wird zum Kaiser von Österreich gekrönt, Wien wird Reichshauptstadt. Die "Albertinische Wasserleitung", Wiens erste Trinkwasserleitung, wird fertiggestellt.

1805

Bündnis Österreichs mit Russland und England. Der Franzose Napoléon marschiert am 13. November ungehindert in Wien ein und nimmt bis 28. Dezember. in Schönbrunn Quartier.

1806

Ende des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation (Deutsches Reich). Kaiser Franz Josef II. legt am 6. August auf Druck von Napoléon Bonaparte die römische Kaiserkrone nieder. Wien ist jetzt Haupstadt des Vielvölkerstaates Österreich. Trennung der Gemeinden Ober- und Unter-Meidling.

1808

Extrem strenger Winter.

1809

Erneute Besetzung Wiens durch Napoléon. Die Franzosen beschiessen Wien, die Stadt kapituliert und Napoleon residiert wieder in Schönbrunn. Bei der Schlacht von Aspern am 21. und 22. Mai muß der Franzose schwere Verluste hinnehmen (Erzherzog Karl), siegt aber in der Schlacht bei Wagram. Vor ihrem Abzug im November sprengen die Franzosen noch die Basteien. Friede von Schönbrunn: Ende des österreichisch-französischen Krieges. Metternich wird Leiter der Außenpolitik.

1810

Vermählung der Kaisertochter Marie Louise mit Napoleon.

1811

Die erste Börsenkrise führt zum Staatsbankrott. Auf Grundlage des Corpus iuris civilis (Römisches Recht) von Kaiser Justinian I. (482-565) entsteht das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch (AGB). Geburt des Königs von Rom, Sohn Napoleons und Marie Louises.

1812

Europe about 1815

Bündnis Österreichs mit Frankreich. Gaudenzdorf wird erstmalig bebaut.

1813

Eintritt Österreichs in den Krieg gegen Frankreich.

1814

Abdankung Napoleons. Der Wiener Josef Madersperger erfindet die Nämaschine.

1814/15

18. September 1814 bis zum 9. Juni 1815: Wiener Kongress. Neuordnung der politischen Verhältnisse in Europa. Unter der Regie von Staatskanzler Fürst Wenzel Lothar Metternich ist Wien glanzvoller Mittelpunkt Europas. Hervorgegangen war der Deutsche Bund, als loser Staatenbund mit Österreich als Vorsitz. Im nun folgenden Biedermeier wird das weitgehend unpolitische Bürgertum zum Träger der Kultur. 26. Juni: "Heilige Allianz": Bündnis Österreichs, Russlands und Preußens.

1816

Gründung der Österreichischen Nationalbank. Aufstellung des ersten Christbaums in Wien.

1819

Aufteilung von Gaudenzdorf und Unter-Meidling

1822

Graf Ehrenfels errichtet im Theresienbad das erste Holzbassin zur öffentlichen Nutzung. Der Name des Bades erinnert heute noch an die Kaiserin Maria Theresia. Das Theresienbad ist das älteste Bad Wiens

1823

Einführung der Eilpost.

1827

Tod Ludwig van Beethovens in Wien.

1828

Tod Franz Schuberts in Wien. Einführung des Wanderbuchs für Handwerksgesellen.

1829

Erste Probefahrt eines Dampfschiffs von Wien nach Budapest.

1830

Eröffnung der Linie Wien – Pest der "Ersten österreichischen Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft". Eisstoß auf der Donau. Überschwemmungskatastrophe auf Donau und Donaukanal. Wien hat 318.000 Einwohner.

1831

Die Choleraepidemie fordert 20.000 Opfer. Nordlicht über Niederösterreich und Wien sichtbar

1835

Tod Kaiser Franz' I. - Nachfolger wird sein Sohn Kaiser Ferdinand I. (bis 1848).

1835–1841

Bau der Kaiser-Ferdinand-Wasserleitung, die die ganze Stadt versorgen kann.

1837

Totale Sonnenfinsternis 1842

Beginn des "Eisenbahnzeitalters". Eröffnung der Kaiser-Ferdinand-Nordbahn von Floridsdorf nach Deutsch-Wagram, erste Dampfeisenbahn Österreichs.

1842

Verbot der Kinderarbeit unter 10 Jahren. 8. Juli: Totale Sonnenfinsternis über Wien, Dauer 2 Minuten 5 Sekunden.

1845

Erste systematisch angelegte Gasbeleuchtung auf Plätzen und in Strassen Wiens.

1846

wurde den Ziegelarbeitern in Meidling von der Grundherrschaft, dem Stift Klosterneuburg, die Erlaubnis erteilt, eine eigene Gemeinde zu bilden. Diese wurde zu Ehren des Klosterneuburger Propstes Wilhelm Sedlaczek Wilhelmsdorf benannt.

1848

13. März, "Märzrevolution". Es kommt zu schweren Kämpfen in Gaudenzdorf und am Hundsturmer Friedhof. Fürst Metternich dankt ab und flieht nach England. Abschaffung der Zensur und Zusage einer Verfassung. Nach einer oktroyierten Verfassung flammt die Revolution im Mai wieder auf (Barrikadentage). Beginn der "Wiener Oktoberrevolution" am 6. Oktober (Schlacht von Windischgrätz). Itailienfeldzüge. Im Dezember dankt Kaiser Ferdinand ab, der achtzehnjährige Franz Joseph I. übernimmt die Regierung (bis 1916).

1849

Oktroyierte Verfassung. Italienfeldzug. Revolution in Ungarn: Ausrufung der Unabhängigkeit Ungarns (14. April). Kaiserliche Genehmigung der Briefmarken zur Frankierung der Briefe.

1850

Eingemeindung der Vorstädte zu Wien. Wien besteht nun aus 9 Bezirken. Vereinigung von Wilhelmsdorf mit Unter-Meidling. Wiedereinführung der Theaterzensur (bis 1920). Beginn mit der Errichtung von Telegraphenlinien. 15. Februar: Der Telegraph wird für die Telegrammübermittlung erstmalig benutzt.

1851

31. Dezember: Sylvesterpatent: Aufhebung der Verfassung - Rückkehr zum Absolutismus.

1853

Mordanschlag auf Kaiser Franz Joseph I., zur Erinnerung an das vereitelte Attentat wird die Votivkirche errichtet.

Bei Bauarbeiten im Wienflußbett, 12., Rechte Wienzeile 309, wird ein quaderförmiger, römischer Altarstein gefunden. Seine Inschrift lautet:

NYMPHIS SACRUM T(ITUS) VETTIUS RUFUS 5(CENTURIO) LEG(IONIS) XIII G(EMINAE) [M(ARTIAE) V(ICTRIS) V(OTUM) S(OLVIT) L(IBENS) M(ERITO)]

Sie bedeutet, dass der römische Hauptmann Titus Vettius Rufus eine Anlage, von der nur mehr der Stein erhalten geblieben ist, den Nymphen aus Dankbarkeit zum Geschenk gemacht hat.

1854

24. April: Vermählung Franz Josephs I. mit der bayerischen Prinzessin Elisabeth. Errichtung der Sisi-Kapelle in Wien. 8. Dezember: Papst Pius IX. verkündete das Dogma der Unbefleckten Empfängnis Mariens, lat. immaculata conceptio (Feiertag "Mariä Empfängnis" am 8. Dezember).

1855

Das Zweite Konkordat brachte die katholischen Kirche in Österreich auf den Höhepunkt ihres Einflusses. Es entzog Eherecht, Schulwesen und den Klerus dem staatlichen Machtbereich.

1857/58

Die Befestigungsanlagen von Wien (Basteien, innere Stadtmauern) werden geschleift und an ihrer Stelle die Ringstraße erbaut.

1858

1. November: Einführung der Österreichischen Währung (1 Gulden = 100 Kreuzer).

1859

Krieg gegen Piemont-Sardinien und Frankreich. Niederlagen bei Schlacht bei Magenta und Solferino. Frieden von Zürich: Verlust von Venetien und der Lombardei.

1861

Strenger Winter mit großer Kälte. Februarpatent, Protestantenpatent.

1862

Grundrechtsgesetzgebung. Die Eingemeindung der Vorstädte ist abgeschlossen, die Bezirke I – IX werden geschaffen. Wien wird Stadt mit eigenem Statut. Donauhochwasser - Einleitung der Planungen für die Donauregulierung.

1865

Die Ringstrasse wird eröffnet, die meisten Bauvorhaben sind aber noch nicht einmal begonnen. Die erste Pferdetramway Europas führt vom Schottentor nach Hernals.

1866

Kriege gegen Preußen und Italien ("Deutsch-Deutscher Krieg" oder "Bruderkrieg"). 3. Juli: Schlacht von Königgrätz, Vernichtende Niederlage der österreichischen Armee. Österreich scheidet aus dem Deutschen Bund aus.

1867

21. Dezember (Dezemberverfassung): Ausgleich mit Ungarn. Die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn, auch "Kaiserlich und Königliche (K.u.K.) Monarchie", entsteht (bis 1918) in Personalunion mit dem "Kaiser von Österreich und Apostolischen König von Ungarn" aus dem Haus Habsburg als Staatsoberhaupt. Staatsgrundgesetz. Die Juden in der Monarchie werden rechtlich gleich gestellt.

1869

Reichsvolksschulgesetz. 25. Mai: Eröffnung der Wiener Oper mit Mozarts "Don Giovanni". Die Donau wird vom Kahlenberg bis Fischamend reguliert (bis 1875).

1870

Central Europe 1871

Das Erste Vatikanische Konzil (Vaticanum I), das von der katholischen Kirche als das 20. Ökumenische Konzil angesehen wird, erhob in Abwesenheit der österreichischen Bischöfe. die Lehre von der Unfehlbarkeit des Papstes zum Dogma (als nicht verhandelbar). Kündigung des Konkordats von 1855 durch Kaiser Franz Josephs I. Bau der ersten Wiener Hochquellenleitung (aus dem Schneeberggebiet) (bis 1873).

1871

18. Jänner: Gründung des deutschen Kaiserreichs.

1873

Weltausstellung in Wien (1. Mai - 2. November). Auf den ehemaligen Mandelfeldern wird der Meidlinger Markt eröffnet. 9. Mai: Mit dem ersten Börsenkrach der Geschichte (Schwarzen Freitag) endet die Gründerzeit-Konjunktur.

1874

Formelle Aufhebung des Konkordats von 1855.

1878

Berliner Kongress (13. Juni - 13. Juli). Okkupation Bosniens und der Herzegowina.

1879

Zweibund zwischen. Österreich und dem Deutschen Reich. Gründung des Technischen Gewerbemuseums (TGM) in Wien durch Wilhelm Exner. Der Wiener Georg Heinrich Ritter von Schönerer ist Führer der "deutschnationalen Bewegung" (der Alldeutschen) in Österreich ("Schönerianer"); heftiger Gegner des österreichischen Patriotismus, der katholischen Kirche und des Liberalismus. Sein Rassenhass und nationalistischer Fanatismus beeinflusst später den jungen Adolf Hitler stark (Anschluss an das Deutsche Reich).

1881

Ringtheaterbrand: über 300 Menschenleben sind zu beklagen. Die erste Telefonleitung Wiens wird gebaut.

1882

Dreibund zw. Österreich, dem Deutschen Reich und Italien. Wahlrecht: Herabsetzung des Zensus auf fünf Gulden. Überschwemmungen der Donau und ihrer Nebenflüsse.

1883

Gründung der Postsparkasse. Die allgemein bildende höhere Schule in der Rosasgasse (GRG 12 Rosasgasse) wird eröffnet. Die erste Dampftramway Wiens verkehrt zwischen Hietzing und Perchtoldsdorf.

1885

Gewerbegesetznovelle: Einführung des 11-Stunden-Arbeitstags.

1886

Eröffnung der staatlichen Telefonlinie Wien-Brünn.

1890-92

Zweite Stadterweiterung, Entstehung von Groß-Wien: Eingemeindung der Vororte zu Wien. Meidling ist aus fünf unabhängigen und eigenständigen Gemeinden entstanden: Ober-Meidling, Unter-Meidling wird mit Hetzendorf, Gaudenzdorf und Altmannsdorf zum 12. Wiener Gemeindebezirk. Wien umfasst nunmehr 19 Bezirke und hat 1.600.000 Einwohner.

1892

Einführung der Goldwährung auf Kronenbasis. Das Theresienbad kommt in den Besitz der Stadt Wien.

1893

Auf dem Kohlmarkt brennt die erste elektrische Strassenbeleuchtung.

1894

Beginn der Demolierung des Linienwalls in Wien. Baubeginn der Donaukanal-Schleusen in Wien-Nußdorf. Regulierung des Wienflusses (bis 1899).

1895

Zweidrittelmehrheit für die Christlichsozialen in Wien.

1896

Erste Filmvorführung in Wien.

1897

Jahrhundert-Hochwasser in ganz Mitteleuropa.

1898

50-Jahr-Jubiläum der Regierung Franz Josephs I. Die Stadtbahn (heutige U-Bahnlinie 6) geht in Betrieb (Heiligenstadt bis Penzing). Tödliches Attentat auf Kaiserin Elisabeth (Sisi) in Genf.

1900

Die Kronenwährung wird ausschießliches gesetzliches Zahlungsmittel.

1900–1910

Bau der zweiten Wiener Hochquellenleitung.

1902

Autorennen Paris-Wien. Im Theresienbad eröffnet das Sommerbad

1905

Bertha von Suttner erhält den Friedensnobelpreis. Gründung der Zentralsparkasse der Gemeinde Wien (heute Bank Austria). Die Meidlinger Hauptstraße erhält ihren heutigen Namen (vorher: Hauptstraße), zur Wahrung des Ortsnamens (1146 Mwerlingen, 1183 Muerlingen)

1907

Allgemeines Männerwahlrecht. Neu-Margareten kommt zum 12. Bezirk hinzu. Meidling umfasst nun 8,21 km².

1909

Anlage des 1. österreichischen Flugfelds in Wiener Neustadt, Gründung der Wiener Neustädter Flugzeugfabrik. Adolf Hitler zieht im Alter von 20 Jahren nach Wien.

1910

Wien hat 2.083.630 Einwohner und ist nach London, Paris und Berlin die viertgrößte Stadt Europas und die sechstgrößte der Welt. Das erste österreichische Motorflugzeug, die "Etrich Taube" wird in Wiener Neustadt gebaut. Der Halleysche Komet (erscheint alle 76 Jahre) ist in Wien sichtbar.

1911

Österreich-Ungarn 1914

Hungerrevolte: Tausende demonstrieren vor dem Rathaus und in Ottakring gegen die Teuerungswelle.

1914

Der Thronfolger Franz Ferdinand und seine Gattin wird am 28. Juni in Sarajewo ermordet. Die Donaumonarchie besteht aus einer Fläche von 676.615 km² (nach Russland der zweitgrößte Staat Europas) mit 12 Nationalitäten und hat 52,8 Millionen Einwohner (Vielvölkerstaat).

1914-18

Erster Weltkrieg. Zehn Millionen Kriegstote, über 20 Millionen Verwundete und acht Millionen Kriegsgefangene sowie Vermißte.

1918

Das Ende Österreich-Ungarns

Ende der Herrschaft der Habsburger. 3. November: Ende des Ersten Weltkrieges. Waffenstillstand von Villa Giusti nach der Schlacht von Vittorio Veneto (auch "Dritte Piaveschlacht"). Am 12. November wird die Gründung der "Republik Deutschösterreich" verkündet. Die Ausrufung wird in der provisorischen Nationalversammlung einstimmig verabschiedet. Karl Seitz wird am 30. Oktober als Präsident des Staatsratsdirektoriums der erste Bundespräsident von Österreich (bis 1920).

1919

8. Juni: Friedenskonferenz der Siegermächte in Versailles (Vertrag von Versailles). Formelles Ende des Ersten Weltkrieges. 10. September: Vertrag von St. Germain (regelt die Auflösung des Kaiserreiches Österreich-Ungarn und die Bedingungen für die neue Republik Österreich). Dem Habsburger Herrscherhaus von Österreich-Ungarn und dem Deutschen Kaiserreich wurde die Alleinschuld am Ersten Weltkrieg zugewiesen. Die Verwendung von "Deutschösterreich" als Staatsname, der Anschluß an Deutschland und eine allgemeine Wehrpflicht wird verboten. Österreich wird zu Reparationszahlungen verpflichtet. Der Name "Republik Deutsch-Österreich" wird zu "Republik Österreich" geändert. Abreise der Kaiserfamilie von Wien in das Schweizer Exil (Habsburgergesetz).

1920

16. Juli: Inkrafttreten des Vertrags von St. Germain. 9. Dezember: Bundespräsident Michael Hainisch (bis 1928). Österreichische Bundesverfassung. Schaffung des Amts des Bundespräsidenten. In allen Bezirken Wiens wird einheitlich eine rote Umrandung der Straßenschilder eingeführt. Plätze wurden in roter Fraktur-Schrift, Straßen und Gassen in schwarzer Fraktur-Schrift gekennzeichnet.

1922

Tod des letzten österreichischen Kaisers Karl I. auf Madeira. Höhepunkt der Inflation: 10.000 Kronen = 1 Schweizer Franken. Wien wird vom umgebenden Niederösterreich abgetrennt und zu einem eigenen Bundesland erklärt (Trennungsgesetz).

1923

Abschaffung der Fraktur-Schrift auf den Wiener Straßenschildern. Einführung von lateinischen Buchstaben. Die Straßenschilder sind blau emailliert mit weißer Schrift.

1924

Einführung der Schillingwährung in Österreich (bis 2002). 10.000 Kronen = 1 Schilling. Die RAVAG (Radio Verkehrs AG) nimmt ihren Sendebetrieb auf.

1925

Großkundgebung des österreichisch-deutschen Volksbundes für den Anschluß Österreichs ans Deutsche Reich auf dem Rathausplatz.

1927

Der Justizpalast brennt (15. Juli). Eröffnung der Fluglinie Wien-Prag-Berlin.

1928

Bundespräsident Wilhelm Miklas, bis 1938.

1933

Auflösung des Parlaments. Auflösung und Verbot des Republikanischen Schutzbundes in Österreich. Verbot der Kommunistischen Partei Österreichs. Verbot der NSDAP und des Steirischen Heimatschutzes. Wiedereinführung der Todesstrafe vor Standgerichten. In seiner "Trabrennplatzrede" propagiert Bundeskanzler Dollfuss einen christlich-sozialen Ständestaat unter autoritärer Führung. Theodor Innitzer wird Kardinal von Wien.

1934

Beginn des Ständestaates. Das 3. Konkordat (Reichskonkordat), 1933 von Bundeskanzler E. Dollfuß abgeschlossen, tritt (in wesentlichen Teilen als Verfassungsbestandteil) am 1. Mai. in Kraft, wodurch die katholische Kirche im Sinn des "christlichen Ständestaats" erneut wesentlichen Einfluss vor allem auf Schule und Eherecht und die Besetzung kirchlicher Ämter ausüben kann. "Februarkämpfe": Bürgerkrieg in Wien. Konflikt zwischen Sozialdemokraten und dem autoritären Dollfuss-Regime. Wien war kein Bundesland mehr sondern wurde bundesunmittelbare Hauptstadt. Im Februar 1934 sind die großen Meidlinger Gemeindebauanlagen Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen Schutzbund und Heimwehr. Die schwersten Kämpfe entbrannten um Fuchsenfeldhof, Indianerhof, Bebelhof. Im Juli 1934 Nationalsozialistischer Putschversuch, Ermordung von Bundeskanzler Dollfuß im Amt.

1938

Außerkraftsetzung des Konkordats, Ende des Ständestaates. Am 12. März besetzen deutsche Truppen Österreich (Operation Otto). Auch in Meidling kommt es zu Ausschreitungen gegen die jüdische Bevölkerung. Am 10. April stimmt 99,5 Prozent der Bevölkerung in Wien dem Anschluß an das nationalsozialistische Deutschland zu. Adolf Hitler (der "Führer") wird zugleich Regierungschef und Staatsoberhaupt. Der Name Österreich wird durch Ostmark ersetzt. Wien wird Reichsgau. Es kommt in Wien zu einer großen Verhaftungswelle. "Gross-Wien" umfasst 26 Bezirke (97 niederösterreichische Gemeinden miteingeschlossen) und rund 2 Millionen Einwohner. In der "Reichskristallnacht" (9. November) werden sämtliche jüdische Gotteshäuser (ausser dem Stadttempel in der Seitenstettengasse) zerstört.

1939

Pius XII. (bürgerlicher Name Eugenio Maria Giuseppe Giovanni Pacelli) wird Papst (bis 1958)

1939-45

Zweiter Weltkrieg. 60 Millionen Menschen finden den Tod, darunter 6 Millionen von Adolf Hitler industriell vernichtete Juden. Der Zweite Weltkrieg kostet 200.000 Wienern das Leben.

1941

Die Polizeiverordnung über die Kennzeichnung der Juden mit einem "handtellergroßen, schwarz ausgezogenen Sechsstern aus gelbem Stoff mit der schwarzen Aufschrift Jude" tritt in Kraft ("Judenstern"). Nichtbeachtung der Vorschrift wird mit bis zu sechs Wochen Haft bestraft. 22. Juni: Der Fußballklub Rapid Wien erzielt gegen Schalke 04 im Berliner Olympiastadium im Finalspiel vor 100.000 Zuschauern in der Rapidviertelstunde (Rückstand 0:3) ein 4:3 und wird deutscher Fußballmeister.

1942

Das Großdeutsche Reich 1938 - 1944

Umbennennung der Ostmark in "Alpen- und Donaugaue".

1943

Das deutsche Machtgebiet erreicht seine größte Ausdehnung, als Südtirol einer deutschen Zivilverwaltung unterstellt wurde: Mit Ausnahme Nordschleswigs, der Schweiz und Liechtenstein war das gesamte deutsche Sprachgebiet im Großdeutschen Reich (Großdeutschland) Adolf Hitlers vereinigt – es umfasste nun rund 650.000 km².

1944-45

In 52 Luftangriffen (ab April 1944) werden mehr als 21 000 Häuser (21 %), 120 Brücken, 3.700 Gas- und Wasserleitungen sowie die grössten Verkehrs- und Industrieanlagen und viele Kulturstätten zerstört. Meidling ist der am meisten zerstörte Bezirk Wiens im 2. Weltkrieg.

1945

6. April - 13. April: Schlacht um Wien. Der Stephansdom brennt. Befreiung Wiens durch die Rote Armee. Ende des Zweiten Weltkriegs in Wien. Verbot der NSDAP. Wien wird durch Mithilfe von Otto v. Habsburg in vier statt nur zwei Besatzungszonen geteilt. der 1. Bezirk ist interalliierte Zone. 27. April: Karl Renner ist Staatskanzler, am 20. Dezember Bundespräsident (bis 1950). Am 1. September wird Meidling englische Zone. Im November finden die ersten Gemeinderatswahlen statt und somit ein endgültiger Rückkehr zur Demokratie.

1947

Gründung der Österreichischen Donaukraftwerke AG.

1948

Marshall-Plan (bis 1953): Wiederaufbau Österreichs aus ERP-Mitteln.

1950

1. November: Papst Pius XII. verkündet das Dogma der Leiblichen Aufnahme Mariens (Feiertag "Mariä Himmelfahrt" am 15. August). Dies war das erste Mal seit dem 1. Vatikanischen Konzil (1870), dass ein Papst von seiner Unfehlbarkeit in Verkündigung der Lehre überhaupt Gebrauch machte.

1951

21. Juni: Theodor Körner wird Bundespräsident (bis 1957).

1952

Der Stephansdom wird mit dem Einzug der neu gegossenen Pummerin wiedereröffnet.

1954

Auf Grund des Randgemeindengesetzes wird "Gross-Wien" wieder verkleinert und hat nun 23 Bezirke.

1955

15. Mai, Staatsvertrag: Österreich ist frei! Aufnahme von Österreich in die UNO. Burgtheater und Staatsoper werden wiedereröffnet. Das erste öffentliche Fernsehprogramm wird ausgestrahlt. Das Amt des Türmers von St. Stephan (seit 1534) wird aufgehoben. 25. Oktober: der letzte Besatzungssoldat verläßt Österreich. 26. Oktober: Erklärung der immerwährenden Neutralität Österreichs (Staatsfeiertag). Wehrgesetz: allgemeine Wehrpflicht und Aufbau eines Bundesheeres.

1956

Ungarnkrise - Österreich offnet die Grenzen für Flüchtlinge.

1957

4. Jänner: Tod Bundespräsident Theodor Körners in Wien. 22. Mai: Wahl Adolf Schärfs zum Bundespräsidenten (bis 1965). Die Regierung der 2. Republik anerkannt prinzipiell die Gültigkeit des Konkordats von 1933/34.

1960

Die vermögensrechtlichen Beziehungen des Konkordats von 1933/34 werden durch eine Religionsfonds-Treuhandstelle geregelt.

1961

Gipfeltreffen Kennedy – Chruschtschow in Wien. Otto von Habsburg-Lothringen, Sohn des letzten habsburgischen Kaisers Karl I. und seiner Frau Zita, unterzeichnet die Erklärung auf den Verzicht der österreichischen Herrscherrechte, was das definitive Ende der Habsburgerdynastie bedeutete.

1962

Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils (bis 1965) (Vaticanum II) durch den Papst Johannes XXIII.

1963

Wiederwahl Adolf Schärfs zum Bundespräsidenten.

1965

Franz Jonas wird nach dem Tod von Bundespräsident Adolf Schärfs in Wien zum Bundespräsident gewählt (bis 1974). Wien wird Sitz der OPEC

1966

31. Oktober: Erste Einreise von Otto von Habsburg nach Österreich.

1967

Wien wird Sitz der UNIDO.

1969

Beginn des U-Bahn-Baus in Wien.

1970

Erste Hauptgesprächsrunde der SALT-Konferenz.

1971

Die katholischen Privatschulen erhalten auf Grund des Konkordats eine regelmäßige Subvention durch die Übernahme von 100% der Personalkosten vom Staat zuerkannt.

1972

Erdbeben der Stärke 7 in Seebenstein.

1973

Nobelpreis für den Verhaltensforscher Konrad Lorenz.

1974

Rudolf Kirchschläger wird Bundespräsident (bis 1986).

1976

Feierlichkeiten "1000 Jahre Österreich". Die U-Bahnlinie 4 (Heiligenstadt–Friedensbrücke) wird in Betrieb genommen. Einsturz der Reichsbrücke in Wien.

1978

Treffen Sadat-Peres in Wien. 16. Oktober: Wahl Papst Johannes Pauls II.

1979

Breschnjew und Carter unterzeichnen in der Hofburg das SALT-II-Abkommen. Die UNO-City wird eröffnet, Wien wird dritte UN-Hauptstadt.

1980

Einführung der Sommerzeit im März.

1981

Stadtrat Nittel wird ermordet – der bislang einzige politische Mord in der 2. Republik. Arabische Terroristen richten in der Synagoge ein Blutbad an. Nach zehnjähriger Bauzeit wird die Donauinsel, Wiens grösstes Naherholungsgebiet, eröffnet.

1983

Das Donauinselfest wird zum ersten Mal ausgetragen. Heute besuchen jedes Jahr 3 Millionen Besucher bei freiem Eintritt das Fest. Der Buddhismus wird in Österreich als Religionsgemeinschaft anerkannt.

1985

Noricum-Skandal: von Alfred Worm aufgedeckte illegale Waffenlieferungen des österreichischen VOEST-Tochterunternehmens Noricum an den Iran, Glycol-Skandal: Entdeckung von Diäthylenglycol im Wein

1986

8. Juli: Kurt Waldheim wird Bundespräsident (bis 1992). Höhepunkt in der Waldheim-Affäre. 26. April: GAU im Atomkraftwerk Tschernobyl - radioaktiver Niederschlag.

1987

Das "Austria Center Vienna" wird eröffnet.

1989

14. März: Tod des letzten gekrönten Mitglieds der Habsburger, Kaiserin Zita in Zizers. Sie wurde nach alter Tradition am 1. April in der Wiener Kaisergruft feierlich beigesetzt. Ihr Herz jedoch wurde zurück an den Ursprung der Habsburger gebracht, in den Schweizer Kanton Aargau ins Kloster Muri. Im September öffnet die Grenze für DDR-Flüchtlinge, am 9. November Fall der Berliner Mauer, Fall des Eisernen Vorhangs.

1991

Volkszählung in Österreich.

1992

8. Juli: Thomas Klestil wird Bundespräsident (bis 2004). Bei einem Grossbrand werden die Redoutensäle der Wiener Hofburg zerstört.

1994

Umgestaltung der Meidlinger Hauptstraße zur Fußgängerzone.

1995

Religionen in Europa
EU 2004

Beitritt Österreichs zur Europäischen Union.

1997

Eröffnung des Meidlinger Platztl's, 12., Meidlinger Platzl. Teilumbenennung der Meidlinger Hauptstraße bei Einmündung Niederhofstraße (ohne erforderliche Adressenänderung für die äußerlich angrenzenden Hausbewohner).

1998

Papst Johannes Paul II. besucht zum dritten Mal Wien. Für ein halbes Jahr ist Wien "EU-Hauptstadt".

1999

11. August: Totale Sonnenfinsternis über Österreich.

2002

1. Jänner: Einführung des Euro statt des Schillings.

2003

18. Mai: Heiligsprechung von Ursula Ledóchowska aus Loosdorf.

2004

1. Mai: EU-Erweiterung - Ende der Nachkriegsaufteilung Europas. Die EU besteht aus 25 Nationen (58% von Europa), 21 Amtssprachen und hat 3.975.372 km² (38% von Europa) und 456,95 Millionen Einwohner (63% von Europa). Österreich grenzt im Deutschland, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Italien, Schweiz und Liechtenstein. Wien hat 1.631.000 Einwohner (größte Stadt von Österreich, die kleinste Stadt von Österreich ist Hardegg, 82 Einwohner ohne umliegenden Gemeiden). 8. Juli: Heinz Fischer wird Bundespräsident von Österreich. 3. Oktober: Seligsprechung Kaiser Karls I. von Habsburg.

2005

2. April: Tod Papst Johannes Pauls II. 19. April: Wahl Papst Benedikts XVI. Kältester August seit Jahrzehnten.

2006

EU 2007
EU-Beitrittskandidaten 2007

Im ersten Halbjahr 2006 führt Österreich die EU-Ratspräsidentschaft durch Dr. Wolfgang Schüssel. 2000-Jahr-Jubiläum von Carnuntum. 800-Jahr-Jubiläum des Deutschen Ordens in Wien. 250-Jahr-Jubiläum von Wolfgang Amadeus Mozart (Mozartjahr). Wien ist - ähnlich dem Wiener Kongress 1814 - Schauplatz des EU - Lateinamerikagipfels, an dem 60 Präsidenten aus Lateinamerika teilnehmen.

2007

9. Januar: Große Koalition in Österreich. 11. Januar: Angelobung der Bundesregierung Alfred Gusenbauer.

2008

Fußball-Europameisterschaft in Wien

2081

Sonnenfinsternis 2081

Am 3. September totale Sonnenfinsternis über Österreich, Dauer ca. 4 Minuten.

2082

Am 27. Februar ringförmige Sonnenfinsternis über Österreich, Dauer ca. 8 Minuten

Siehe auch

Weblinks



Diese Website ist optimiert für iPhone!